FAQ – Häufig gestellte Fragen

Folgende häufig gestellten Fragen (FAQs) geben erste Antworten auf einige Verständnisfragen hinsichtlich Methode und Prozess des Soufflearning.

Grundlagen

Woher kommt der Begriff „Soufflearning“?

Soufflearning ist eine famose Wortneuschöpfung aus dem deutschen Verb „soufflieren“ und dem englischen „self-learning = Selbstlernen“ am Arbeitsplatz.

Welche Qualifikationen brauchen die Trainer und Trainerinnen?

Trainer für Soufflearning brauchen ein gutes Augenmerk und Sinnesempfinden für verschiedene Arbeitssituationen und Persönlichkeiten. Sie sollten sehr gute Kommunikationsfähigkeiten haben, um detailliertes und motivierendes Feedback geben zu können.
Die Trainer müssen in den erforderlichen Qualifizierungsbereichen erfahren sein. Sie dürfen keine Schwierigkeiten damit haben, einerseits zwar primär aus dem Hintergrund zu wirken, andererseits jedoch lösungsorientiert zu handeln, wenn problematische Situationen auftauchen. Die Trainer sollten in der Lage sein, zwischen allen am Soufflearning Beteiligten vermitteln zu können.

Wie werden die Beschäftigten für die Lernbegleitung am Arbeitsplatz vorbereitet?

Für viele Beschäftigte wird diese Art der Lernbegleitung am Arbeitsplatz eine völlig neue Erfahrung sein. Oft sind sie das nicht gewohnt und deshalb werden natürlich im Vorfeld Bedenken und Fragen aufkommen. Den Trainern fällt also zunächst die Aufgabe zu, den Beschäftigten genau zu erklären, wie die Begleitung am Arbeitsplatz umgesetzt wird.

Die Beschäftigten werden auch darin einbezogen, die geeignete Trainerposition für die Begleitung beim Soufflearning zu finden. Vorab führen die Trainer stets ein kurzes persönliches Gespräch mit dem/der Beschäftigten, bevor eine Begleitung beginnt, auch um verbliebene Fragen zu beantworten.
Feedback wird nur in persönlichen Gesprächen gegeben, was den Beschäftigten auch sehr wichtig ist. Nichtsdestotrotz muss die erste Lernbegleitung auf besonders empathische Weise ausgeführt werden. Wenn die Beschäftigten den ersten Durchlauf und ein unterstützendes Feedback erfahren haben, baut sich Vertrauen auf und der individuelle Lernprozess kommt in Gang.

Zeitaufwand

Wie lange dauern die Workshops?

Startworkshop und Abschlussworkshop in Soufflearning sollten jeweils nicht mehr als zwei Stunden in Anspruch nehmen. Bei weiteren Workshops zu speziellen Fragestellungen hängt die Dauer von den ausgewählten Themen und der Teilnehmerzahl ab.

Wie lange dauert eine Lernbegleitung am Arbeitsplatz?

Die Begleitungen sollten lang genug sein, um die Vielzahl der unterschiedlichen Arbeitssituationen abzudecken und eine professionelle Rückmeldung zu ermöglichen. Normalerweise dauert eine Lernbegleitung etwa 1-2 Stunden.

Wie kommt das Unternehmen damit zurecht, dass der Lernprozess innerhalb der Arbeitszeit stattfindet (zeitliche Investition)?

Für das Soufflearning sollte Beginn, Umfang und Ende der Weiterbildungsmaßnahme klar festgehalten werden. Die Dauer und der Umfang der Begleitung im Soufflearning sind abhängig von der Zielsetzung und der Anzahl der Teilnehmenden.

Die Arbeitnehmer fehlen nur zu den Workhop-Zeiten und für die kurzen Feedback-Gespräche, ansonsten halten sie sich wie gewohnt an ihrem Arbeitsplatz auf.
Die Trainer halten den Kontakt zu den Arbeitnehmern während des Soufflearning.
Wenn einzelne Arbeitnehmer mehr Begleitung benötigen, können passenden Zeiten vorab eingeplant werden.

Umsetzung vor Ort

Wie sieht das Training mit den Beschäftigten konkret aus?

Die Beschäftigten nehmen zunächst am Startworkshop teil. Dort bekommen sie mehr Informationen über Soufflearning, treffen sie den Trainer/die Trainerin und erleben bereits ein interaktives Training bezogen auf das erforderliche Qualifizierungsziel. Ihre Fragen werden beantwortet und sie werden auf ihre erste Lernbegleitung vorbereitet.

Wenige Tage später werden die Beschäftigten erstmalig am Arbeitsplatz begleitet und erhalten danach ein persönliches Feedback. Sie werden sich dabei ihrer vorhandenen Fähigkeiten und Stärken bewusst und lernen, was sie selbst noch verbessern können. In den folgenden Tagen setzen sie dann das Erlernte in die Praxis um und üben neue Fertigkeiten ein (Selbstlernphasen).

Persönliche Gespräche und weitere Begleitungen folgen.

Am Ende des Prozesses nehmen die Beschäftigten am Abschlussworkshop teil, sie berichten über ihre Erfahrungen und Arbeitsergebnisse und welche Lernziele sie im Soufflearning
erreicht haben.

Wo positioniert sich der Trainer/die Trainerin während der Begleitung?

Der Trainer/ die Trainerin bleibt immer im Hintergrund und konzentriert sich hauptsächlich darauf, wie die Arbeit gemacht wird, wie Kunden und Kundinnen behandelt werden, wie das Team zusammenarbeitet usw. Weder die Beschäftigten noch die KundInnen dürfen sich bei ihrer Tätigkeit gestört fühlen. Es ist hilfreich, den/die Beschäftigte selbst zu fragen, wo ihres Erachtens die richtige Position für die teilnehmende Beobachtung des Trainers ist. Wenn der Trainer/ die Trainerin den Eindruck gewinnt, dass der/die begleitete Beschäftigte scheinbar nervös zu werden beginnt, wird er/sie flexibel in der Positionierung sein und beispielsweise hinausgehen und nach ein paar Minuten wieder zurückkommen. Der Trainer/die Trainerin wird große Empathie zeigen und den Beschäftigten Zeit geben, sich an die Begleitung zu gewöhnen.

Was ist die richtige Mischung aus Begleitung und Selbstlernphasen?

Die Anzahl der Begleitungen hängt davon ab, wie schnell die Beschäftigten das, was sie gelernt haben, erfolgreich praktizieren können. Manche Beschäftigte benötigen beim Ausprobieren neuer Wege mehr Hilfestellung und somit eine frühe zweite Begleitung. Andere wiederum brauchen etwas mehr Zeit zwischen den Begleitungen und wollen das Gelernte zunächst selbst über einen längeren Zeitraum ausprobieren.
Es sollten aber nicht mehr als drei Wochen zwischen zwei Begleitungen liegen, sonst könnten Trainer und Beschäftigte den Kontakt verlieren.

Zum Verständnis

Wieviele Begleitungen braucht ein Beschäftigter/eine Beschäftigte?

Die Zahl an Begleitungen pro Beschäftigte/m hängt vom individuellen Bedarf ab. Persönliche Gespräche und die erste Begleitung geben einen Eindruck, wie intensiv das Soufflearning für die erforderliche Qualifikation für den/die einzelnen Beschäftigten sein sollte. Im Schnitt sollten zwei bis drei Begleitungen pro Beschäftigte/m bereits gute Ergebnisse bringen.

Wer kann Soufflearning im Unternehmen durchführen?

Soufflearning wird nur von hochqualifizierten Trainern und Trainerinnen durchgeführt, die die Methode gut beherrschen und von dieser Art eines individuellen und motivierenden Trainings selbst begeistert sind. Sie haben gut entwickelte Kommunikationsfähigkeiten und sind erfahren in den erforderlichen Trainingsbereichen.